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© Kleines Theater Falkensee 2017

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Einsame Menschen

September 2011 hatte das „Kleine Theater Falkensee“ mit seiner aktuellen Inszenierung Premiere: Das klaustrophobische Seelendrama  „Einsamen Menschen“ von Gerhart Hauptmann in der Regie von Sebastian Eggers. Es wurde 2011 viermal aufgeführt. Am Freitag, dem 24. Februar 2012, um 19.30 Uhr kann man die spannende Inszenierung wahrscheinlich zum letzten Mal in Falkensee im Becher-Kulturhaus sehen. Die Inszenierung bleibt einerseits nah am Original bleibt und wirft dennoch einen modernen Blick auf diesen Klassiker der Weltliteratur. In dem 1891 geschriebenen Drama geht es um den Zerfall der Familie Vockerat. In einem Klima des gesellschaftlichen Umbruchs hat der intellektuelle Johannes geheiratet, findet aber keinen Frieden in dieser bürgerlichen Existenzform. Getrieben von einem rastlosen, unerfüllten Idealismus und den in seiner bürgerlichen Umgebung nicht geschätzten gesellschaftsverändernden Ideen seiner Zeit sucht er nach seinem persönlichen Standpunkt. Unverhofft taucht die Studentin Anna Mahr auf. Es entspinnt sich eine Dreiecksgeschichte zwischen ihr, Johannes und seiner Ehefrau Käthe, bei der am Ende niemand gewinnt. Hinter der bürgerlichen Fassade bleiben alle Figuren mit ihren Sehnsüchten alleine. In dieser kargen, kalten und klaustrophobischen Atmosphäre berühren die Figuren einander nicht einmal in ihrem Schmerz. Sie hören einander nicht zu, keiner gibt den anderen Raum. Hauptmann konfrontiert alle Figuren mit ihren Illusionen und Lebenslügen. Ein Idealist, ein Träumer wie Johannes ist in dieser Welt verloren und zerschellt. Die Inszenierung ist focussiert und reduziert wie ein starker Espresso: In einem klaren, kalten und engen Raum ist die Atmosphäre von Sehnsucht aufgeheizt und bleibt die Liebe dennoch unerfüllt. Alle Figuren gehen über ihre Grenzen und stehen unter Starkstrom. Das “Kleine Theater Falkensee” zeigt in der Regie von Sebastian Eggers wieder lebendiges, literaturorientiertes Schauspiel, das einen eigenwilligen Blick auf den Klassiker legt, ohne ihn zu zerstören. Die „Märkische Allgemeine“ schrieb: „Von geradezu beklemmender Authentizität sind die Ehekräche zwischen Johannes und Käthe. Das sind Höhepunkte der Aufführung. Das Publikum hielt den Atem an – man sah buchstäblich einer Liebe beim Sterben zu. Das tragische Stück von Gerhart Hauptmann, 1891 uraufgeführt, wurde behutsam modernisiert für die Falkenseer Truppe. Dabei ist das fast unnötig, denn das Thema ist immer noch aktuell: die Reibung zwischen freier Entfaltung des Individuums und seiner Verflechtungen mit der Gesellschaft.“
Bilder mit freundlicher Erlaubnis von: Nadine Pape

Kleines Theater Falkensee e.V.