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© Kleines Theater Falkensee 2017

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Die Kriegsberichterstatterin

Die Kriegsberichterstatterin von Theresia Walser Theresia Walser hat eine böse Farce über den Büroalltag geschrieben. Im Fokus stehen unsere Bequemlichkeit, unsere Kleinlichkeit und Spießigkeit, unser Geltungsdrang, unsere beruflichen Machtfantasien, unsere kläglichen Ausbruchsversuche und sexuellen Obsessionen. Die Mitarbeiter eines Amtes, das die deutsche Sprache archiviert, treffen sich einmal jährlich zur Betriebsfeier. Dabei werden einzelne Mitarbeiter ausgezeichnet. Nur: Wer ausgezeichnet wird, ist im nächsten Jahr nicht mehr dabei. Alle Mitarbeiter, die ausgezeichnet wurden, sind im Verlauf des folgenden Jahres gestorben. Verständlich, dass die Gäste mit gemischten Gefühlen erscheinen. Diesmal ist es besonders brisant, denn der Institutsleiter möchte endlich seinen Nachfolger bekannt geben. Allerdings taucht er nicht auf, seine Frau leitet die Veranstaltung, und wer weiß – vielleicht gibt es ihn gar nicht mehr? Das Stück arbeitet mit verschiedenen Bedeutungsebenen. Die Figuren werden überzeichnet, ihre Beschäftigung ab absurdum geführt. „Und die Vergeblichkeit, sag ich mir, ist ja auch ein Lebenssinn“ heißt es im Stück. Und plötzlich knallt ein fremdes Wesen in diese Gesellschaft, eine rätselhafte, fantastische Figur: Eine Frau, die immer wieder vom Krieg erzählt, der draußen tobt. Ist sie ein Opfer? Ist sie eine Hochstaplerin? Ist sie eine Moderatorin, eine Irre, eine Verhungernde? Oder hat sich die behagliche Wohngegend der gehobenen Mittelklasse plötzlich in einen Kriegsschauplatz verwandelt? Mit ihrem Auftauchen ist die kleinbürgerliche Gemütlichkeit mit ihren routinierten Revierkämpfen dahin. Sie heizt die Stimmung zusätzlich auf und katalysiert den „Krieg auf der Betriebsfeier“. Es kommt zum Exzess. Das Stück löst bewusst nicht alle Fragen, die es aufwirft. Stattdessen lädt es zu mehrfachen Perspektivwechseln und Reflexionen ein.

Kleines Theater Falkensee e.V.