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© Kleines Theater Falkensee 2017

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Phädra

Bilder mit freundlicher Erlaubnis von: Nadine Pape
Phädra von Jean Racine „Phädra“ von Jean Racine beschreibt einen antiken Mythos: Die Ehefrau des Herrschers Theseus verliebt sich in dessen Abwesenheit in ihren Stiefsohn Hippolyt. Weder fähig, ihre brutal rasende Leidenschaft zu unterdrücken, noch, ihren Ruf und ihre exponierte gesellschatliche Stellung als Herrscherin zugunsten ihrer Gefühle zu gefährden, ringt sie mit dem Selbstmord. Als sie erfährt, dass ihr Ehemann in der Ferne gestorben ist, wagt sie, ihre Begierde zu enthüllen. Doch auch Hippolyt unterdrückt eine Leidenschaft, die nicht in seine Vorstellung von sich selbst und in sein politisches Konzept passt und die ihn an die Grenzen seiner persönlichen und politischen Existenz führt. Als unverhofft Theseus plötzlich und höchst lebendig wieder auftaucht, kommt es im Königshaus zur Katastrophe. Racine beschreibt Figuren, denen die Autonomie über ihr eigenes Leben und Fühlen radikal entgleitet. Die Inszenierung von „Theater.Redux – mit Leidenschaft ins Wesentliche vordringen“ entmythologisiert die Vorlage. Sie interessiert sich nicht für das im Stück enthaltene Inszestthema – in der mythologischen Vorlage waren Phädra und ihr Stiefsohn zudem ungefähr gleichalt -, sondern beschreibt das Sittenbild eines beklemmend engen Milleus, in dem das politische Überleben von der eiskalten Kontrolle des eigenen Images in der Öffentlichkeit abhängt.  Sich zu den eigenen Gefühlen zu bekennen, wird zum Versagen der Leistungsträger dieser Gesellschaft. Und die Inszenierung untersucht, wie die Paradigmen dieser Gesellschaft – Selbstkontrolle, Selbstoptimierung, Optimierung des eigenen Images in der Öffentlichkeit, politisches Kalkül und Konkurrenz - sich auf die Beziehungen innerhalb einer Familie auswirken. So beschreibt sie ohne plakative Aktualisierungen eine beklemmend moderne Gesellschaft im historischen Gewand.

Kleines Theater Falkensee e.V.